Alles für Alle!

Stell dir vor, es ist das Jahr 2072. Die Welt, wie wir sie heute kennen, gibt es nicht mehr – und das ist eine gute Nachricht. Selbst in einem Zentrum der heute kapitalistischen Moderne wie New York City existiert eine lebendige, post-kapitalistische Gesellschaft, die sich aus den Trümmern von Klimakatastrophe, Wirtschaftskollaps und autoritärer Gewalt heraus selbst organisiert hat. In dieser Welt sind Fürsorge, Solidarität und kollektives Eigentum keine radikalen Forderungen mehr, sondern Alltag.

Everything for Everyone erzählt genau diese Zukunft. Es tut dies nicht als klassische Dystopie oder lineare Utopie, sondern in Form einer fiktiven mündlichen Geschichtsschreibung. Die Autor:innen M.E. O’Brien und Eman Abdelhadi lassen Dutzende Stimmen aus der Zukunft zu Wort kommen – Aktivist:innen, Bäuer:innen, ehemalige Geflüchtete, Techniker:innen, Fürsorgearbeiter:innen – die rückblickend erzählen, wie die Welt neu aufgebaut wurde.

Das Interviewformat sorgt dabei für Abstand und Reflexion; außerdem ermöglicht es, eine Vielzahl von Perspektiven und Handlungsfeldern innerhalb der Transformation anzuschneiden. Unter anderem geht es um die Aneignung von Wohnraum und Ernährung, die Kollektivierung der Raumfahrt, Renaturierung von zerstörten Ökosystemen und den Ausbruch aus patriarchalen, heteronormativen Familienverhältnissen. Es gibt einfach wahnsinnig viel zu tun!

Gerade durch die vielen unterschiedlichen Stimmen gewinnt das Buch an Tiefe. Es fühlt sich an wie ein Archiv der Zukunft, das wir heute schon lesen können. Ein kollektives Gedächtnis, das sich gegen das Vergessen des Widerstands und der Möglichkeitsräume richtet.

Ein utopisches Archiv von unten

Diese fiktive Oral History ist keine naive Fantasie, sondern eine detailliert ausgearbeitete Utopie. Der Zusammenbruch des Kapitalismus wird nicht als wundersame Erlösung beschrieben, sondern als schmerzhafter, blutiger und traumatischer Prozess. Was danach kommt, ist kein Paradies – aber eine Gesellschaft, die sich entschieden hat, ihre Bedürfnisse demokratisch zu organisieren: durch Commons, basisdemokratische Versammlungen und eine Kultur der Fürsorge.

Außerdem merkt man, dass die Autor:innen sich Gedanken um verschiedene Macht- und Diskriminierungsverhältnisse gemacht haben. Die Revolte umspannt die ganze Welt, sie startet im globalen Süden sogar um einiges früher als beispielsweise im namensgebenden New York. Queere Identitäten und rassistische Zustände werden ebenso thematisiert wie indigene Perspektiven und Behinderungen.

Solarpunk trifft politische Organisierung

Für Solarpunk-Visionen ist dieses Buch ein Geschenk: Es kombiniert ökologische Transformation mit klarer politischer Analyse. Hier wird nicht nur von Solarpanels auf jedem Dach geträumt, sondern von der Umverteilung von Land, der Vergesellschaftung von Raumfahrt, der Abschaffung von Polizei und Gefängnissen, und dem Aufbau einer transformativen Ökonomie jenseits von Eigentum und Profitlogik.

Anders als viele spekulative Fiktionen verzichtet das Buch auf individualistische Held:innengeschichten. Stattdessen zeigt es kollektive Organisierung, Konflikte innerhalb von Bewegungen, Rückschläge und Lernprozesse. Die Zukunft entsteht nicht plötzlich – sie wird erkämpft, verteidigt und immer wieder neu verhandelt.

Warum das Buch genau jetzt wichtig ist

In Zeiten der politischen Polarisierung, der ökologischen Eskalation und der scheinbaren Alternativlosigkeit des Marktes ist Everything for Everyone ein radikaler Akt der Erinnerung an das, was (noch) nicht war – aber sein könnte. Es lädt uns ein, Zukunft nicht als technologische Fortschrittslinie zu denken, sondern als politisches Feld. Es zeigt: Auch wenn Zusammenbruch real ist, kann daraus eine andere Ordnung entstehen – wenn wir sie gemeinsam gestalten.

Everything for Everyone ist kein klassischer Roman. Es ist ein utopisches Erinnerungsprojekt, das sich weigert, die Zukunft dem Markt, dem Staat oder der Katastrophe zu überlassen. Für alle, die sich für eine Welt jenseits von Kapitalismus, Patriarchat und fossilem Wahnsinn einsetzen, ist dieses Buch eine Inspiration – und vielleicht sogar ein Kompass.

Dieser Text wurde mithilfe von KI geschrieben.

2 Gedanken zu “Alles für Alle!

  1. Avatar von Volker Volker schreibt:

    „mit Hilfe von KI geschrieben“

    Also einfach nur das Buch durch den Bitwolf gedreht, oder selbergeschrieben und eine „Rechtschreibkorrektur“ drübergeworfen?

    Leider weiß ich so nicht, ob da irgendwer eine Meinung vertritt, oder eine KI halluzitroniert hat…

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    • Avatar von solarpunk solarpunk schreibt:

      Hi Volker,

      danke für deinen Kommentar und die Frage!

      Es ist ein bischen komplexer – wenn ich KI zur Hilfe nutze, sieht der Prozess meistens ungefähr so aus:

      1. Eigenes Outline schreiben (mit den wichtigsten Story-Teilen und Bezügen zu Solarpunk, die mir noch einfallen)
      2. KI prompten einen Textvorschlag auszuformulieren inkl. Zwischenüberschriften, und evtl. übersehene Aspekte zu ergänzen (oft ist es schon einige Zeit her, dass ich das Buch gelesen habe, und/oder ich habs weiterverschenkt/zurück in die Bücherei gebracht; ergänzen funktioniert nur bei bekannteren Büchern, zu denen es schon viele Rezensionen im Netz gibt).
      3. Korrekturschleife inhaltlich und stilistisch (v.a. ChatGPT schreibt Rezensionen oft sehr „blumig“)
      4. Rechtschreibkorrektur via Language Tool.

      Ich schreib dazu vielleicht demnächst auch mal einen Artikel.

      Und ja, ich weiß, dass ich dadurch für manche Leute schon fest auf der Seite der Techkonzerne stehe. 🤷‍♂️

      Liebe Grüße!

      Lexy
      (ohne KI-prompts geschrieben 😉 )

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